Der Aufbruch

29. Januar 1943

Am 18. Januar 1943 bestiegen wir in Kassel unseren Güterwagen, der uns nach Witebsk bringen sollte. Die Fahrt ging über Halle, Falkenberg, Frankfurt/Oder, Neu Bentschen zunächst nach Warschau. Dort standen wir einige Tage auf dem Ostbahnhof. Hier war ich Zeuge, wie einige 100 polnische Zivilisten in einen Zug verfrachtet und unter schärfster Bewachung abtransportiert wurden. Die deutsche Polizei machte das in Warschau folgendermaßen: Wurde ein Deutscher in einer Straße umgelegt, so wurde die Straße gesperrt und alle Menschen, ohne Ausnahme, festgenommen. Dann wurden sie entweder verschleppt oder erschossen. Auf einer Straßenbahnfahrt durch die Stadt lernte ich zum ersten Male die Zerstörung durch den Krieg kennen. Unsere Fahrt ging dann über Sieldce, Wolkowice, Baranowice nach Minsk. Hier lernten wir erstmals Kältegrade über -30° kennen. Winterbekleidung hatten wir keine. Auf der Weiterfahrt wurde nachts größte Bereitschaft befohlen gegen Partisanen. Wir alle hatten französische Gewehre mitbekommen. Die Munition, die wir dazu hatten, paßte aber für diese Waffe nicht, so daß wir uns im Ernstfalle hätten gar nicht verteidigen können.

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