Knallende Artillerie

9. September 1943

Am nächsten Morgen, Sonntag, den 4. September 1943, wurde in aller Frühe wieder alles fertig gemacht. Wir fuhren auf und da begann es in einem Dorfe vor uns zu knallen, als wenn Granaten einschlugen. Alle Fahrzeuge stutzten. Später stellte es sich heraus, daß es Sprengungen der Eisenbahnschienen waren, die von unseren Pionieren vorgenommen wurden.

Ein vorbeifahrendes Fahrzeug unserer Abteilung warf einige Sack Post in den Straßengraben. Darüber haben wir uns sehr gefreut. Besonders für die Geschützbedienungen war es eine Wohltat, nach den vorangegangenen schweren Tagen Grüße von zu Hause zu bekommen. Wir fahren etwas später los. Durch zerfallene Ortschaften und über staubige Straßen ging [es]. Wo die Straße aufhörte, waren durch Felder und Wiesen Fahrwege ausgefahren worden. Vorbei an Protzenstellungen von Infanterie und Artillerie. Vorbei an Stellungen von schweren Artillerie, die uns durch ihren Abschußknall immer innerlich zusammenfahren ließen. Dann fuhren wir an leichter Feldartillerie vorbei, die durch ihr Schießen unsere Aufmerksamkeit auf sich zog.

Nun wurde es jedem von uns klar, daß wir im Kampfgebiet sind und wahrscheinlich eine Stellung beziehen, in der es rund geht. Im Laufe des Vormittags bezogen wir Stellung am Rande der Ortschaft Buda Staraja. Buda Staraja, der Name wird wohl jedem von uns Meßleuten wegen seiner zahlreichen und aufregenden Luftgefechte und für unsere Geschützbedienungen außerdem noch als der Ort schwerer Erdkämpfe in Erinnerung geblieben sein.

Unsere erste Arbeit in neuen Stellungen ist natürlich immer das Instellungbringen unseres Gerätes. Diesmal aber hielten wir das Lesen unserer empfangenen Post für wichtiger, als das angestrengte Arbeiten mit dem Gerät. Es mußte erst Bodenschatz dazwischenfahren und uns an unsere Pflicht erinnern. Wir erstellten einen Schutzwall aus abgestochenen Rasenplatten ums Gerät und bauten zuguterletzt unsere Zelte auf. Die ersten Tage gingen glatt vorüber. Nur einmal nachts ging es rund und wir hockten einige Male in unseren Löchern, denn in der Nähe fielen zahlreiche Bomben. Tagsüber herrschte herrliches Wetter und wir brachen uns bei unserer Arbeit keinen ab.

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