Ruhiges Pfingstfest

2. Juli 1943

Es kam uns wie ein Geschenk des Himmels vor, daß die Tage und Nächte vor und nach Pfingsten völlige Ruhe in der Luft war. So konnten wir uns einmal recht erholen und der Magen kam dabei auch nicht schlecht weg. Zur abendlichen Ausgelassenheit waren die reichlichen Marketenderwaren bestimmt. Sie erfüllten ihren Zweck in der richtigen Weise. Ende Juni/Anfang Juli nahm die feindliche Lufttätigkeit stark ab. Aber immer noch flogen unsere [Heinkel] He 111 und [Junkers] Ju 88. Großeinsätze in den Raum von Orel. Das ging ununterbrochen. Ein fantastischer Anblick war jedes Mal, wenn ein Verband Ju 88 zurückkam und die Maschinen nacheinander im Sturzflug auf Tiefe gingen. In diesen Bewegungen erkannte ich, daß schon ein im Sturzflug niedergehendes Flugzeug eine herbe moralische Erschütterung des Gegners haben muß. Das Wetter war schön. Einfach herrlich. Eines Tages da kam einmal ein schweres Gewitter und da bekam einer beim Telefonieren einen elektrischen Schlag, von einem Blitze herrührend. Seitdem wurde der Hörer nur noch mit Widerwillen bei Gewittern angegriffen. In den letzten Junitagen erfolgte meine Aufnahme in die B I. Seitdem nahm ich teil an Freud und Leid dieser Gemeinschaft. Nach und nach habe ich dort großes Selbstvertrauen und Verantwortungsgefühl erworben, was mir für mein späteres Leben von großem Nutzen war.

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