Nächtliches Leuchten

4. Juni 1943

Nach diesen schweren Angriffen auf den Horst wußten wir, daß wir hier evtl. noch Schwereres zu erwarten haben, zumal unsere He III Verbände ziemlich große Einsätze nach Jaroslawl und Gorki flogen. Vor allem nachts kam der Russe mit [Tupolew] SB-2, [Iljuschin] DB-3 und [Douglas] DB-7 (alles Maschinen, die er nur nachts einsetzte!). Er versuchte eben immer den Betrieb auf dem Platz zu stören. Die Bombenwürfe gingen mal aufs freie Feld, oder trafen mal ein Russenhaus, was sofort in Flammen aufging. Auch der Flugplatz bekam seine Bomben ab. Es war nicht selten, daß die grelle Stichflamme eines getroffenen Benzinbehälters oder das bunte, knallende Feuerwerk den Nachthimmel erleuchtete. Mit Leuchtbomben oder den sogenannten Christbäumen sparte der Russe allerdings nicht. In der Ferne sieht so eine fast regungslos in der Luft stehende Kaskade wohl zauberhaft aus, aber wenn solche Leuchtkörper über der Batterie standen, dann machten wir uns auf das Schlimmste gefaßt. Man glaubt nicht, was für eine Leuchtkraft solche Magnesiumleuchtbomben besitzen. Sie erleuchtet die Gegend noch aus großer Höhe taghell.

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