Wiedervereinigung

30. August 1943

Als wir am nächsten Morgen aufwachten, stand unser lieber Uffz. Beckurtz vor unserem Zelt. Bodenschatz wäre ihm vor Freude darüber bald um den Hals gefallen. Wußte er doch nun, wo sich unser Spieß mit den Troßfahrzeugen befand. Peter Beckurtz berichtete, daß sie bis zum Abend des gestrigen Tages in Iwanowo lagen und dann Stellungswechsel gemacht hatten. Wenige 100 m von unserem Zeltplatz entfernt hatten sie die Nacht verbracht, ohne zu wissen, daß wir ganz in ihrer Nähe sind.

Ich war nicht erbaut darüber, daß wir wieder zum Troß kamen. Wer weiß, wohin wir da mit fahren mußten. Ich wäre lieber noch einen Tag mit der B I alleine durchs Land kreuz und quer gefahren. Na, wir fuhren hin zum Troß und meldeten uns beim Hauptwachmeister. Er und das kleine Häuflein Menschen waren sicherlich erfreut darüber, daß die schon verloren geglaubte B I-Bedienung sich wieder eingefunden hatte.

An diesem Vormittage bezogen wir noch eine Protzenstellung in einem kleinen Wäldchen. Unsere Fahrzeuge wurden getarnt und wir machten es uns gemütlich in dem warmen Sonnenschein. Da nun unsere Küche wieder bei uns war, mußten wir auch mit Kartoffelschälen für 2 Battrien. Das Essen sollte nach vorn geschafft werden.

Allerdings wurden wir in unserer Ruhe viele Male durch feindliche Schlachtflieger gestört, die über uns hinweg brummten und weiter hinten eine Ortschaft angriffen, wo eine wichtige Brücke war. Auch russische Jäger tummelten sich über uns. Wir schossen einige Male mit dem Karabiner in die Luft. Weil aber der Lauf immer wieder gereinigt werden mußte und unser Spieß “die blödsinnige und nutzlose Knallerei” verbot, stellten wir das Schießen ein. Gegen Abend fuhr SS in diesem Raume auf. Sie sollten die Lage wahrscheinlich wieder stabilisieren. Auch in unserer Nähe gingen Pakgeschütze von ihnen in Stellung. Wir sind da mal hingegangen und haben uns die Kanonen angesehen.

Zu erwähnen wäre noch, daß im Laufe dieses Tages auch die deutsche Luftwaffe mehrmals mit starken Kräften erschien. Mehrere [Heinkel] He 111 Verbände mit 60 Maschinen flogen in das Kampfgebiet und belegten die feindlichen Stellungen mit Bomben. Auch eine[n] Flugzeugtyp lernte ich kennen, den ich noch nicht gesehen hatte. Es waren die Schlachtflieger [Henschel] Hs 129. Infolge ihrer Unkenntnis hielten wir sie erst für feindliche Maschinen. Wir konnten gut sehen, wie diese Schlachtflieger in geringer Höhe über die feindlichen Linien flogen, ununterbrochen hin und her. Dabei spukten ihre Bordkanonen ganz mächtig. Ich gewann den Eindruck, als ob unsere Hs 129 gefährlicher für die Russen sind, weil sie ja eine zeitlang über den feindlichen Linien kreuzten. Im Gegensatz zu den [Iljuschin] IL 2, die angeflogen kommen, ihre Bomben schmeißen und wieder machen daß sie verschwinden.

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