Beschwippst in den Frühling

24. März 1943

Der nächste Tag war Sonntag, zugleich Frühlingsanfang. Es gab Marketenderwaren. Ich kannte so etwas noch nicht und sah dem Aufteilen dieser Sachen interessiert zu. Schnaps und Likör wurden am Abend gemeinschaftlich getrunken. Natürlich haben die alten Krieger uns zwei junge Kanoniere nach allen Regeln der Kunst fertig gemacht. Es ist doch schön, so leicht benebelt zu sein. Man lebt wie in einer anderen Welt, so lustig wurde mein Gemüt. Der Schlußpunkt war: Ich fiel um, wo ich stand. Damit hatte der Tag, an dem ich zum ersten Male einen sitzen hatte, für mich einen Abschluß gefunden. – Die nächsten Tage mußten wir mit in den Wald fahren, um dort Stämme zu fällen zum Ausbau der Stellung. Es ist ja überall so üblich, daß die Neuen zu all den Arbeiten geschickt werden, die man selbst nicht gern macht. Wir mußten uns eben erst das Vertrauen und die Achtung unserer Vorgesetzten und Kameraden gewinnen. Damals sah ich in Herrn Ufw. Theißen einen strengen, sachlichen und diensteifrigen Mann. Erst mit der Zeit lernte ich ihn richtig kennen. Darauf komme ich später noch zurück. Wir beiden Neulinge wurden gleich richtig angefaßt und wir haben gleich den richtigen Wind bekommen.

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